Bedarfsgerechte Fütterung
Nährstoff-Bedarf
Shagya-Araber sind außerordentlich genügsam. Besonders bei leichtfuttrigen Pferden muß die ausgewogene Versorgung mit allen notwendigen Nährstoffen beachtet werden.
Die Fütterung hat wesentlichen Einfluß auf die Gesundheit des Pferdes - nicht nur das Verdauungssystem sondern viele andere Bereiche werden direkt oder indirekt durch die Fütterung beeinflußt. Dies gilt insbesondere für wachsende Pferde, und es gilt für Fohlen vor und nach der Geburt. Fehler, die in dieser Zeit gemacht werden, begleiten das Pferd ein Leben lang und können die Gebrauchs- und Leistungsfähigkeit stark beeinträchtigen. Zum Beispiel können Imbalancen in den ersten Lebensmonaten zu OCD (Gelenkmäuse,Chips) führen.
Dabei kommt es zum einen auf die Deckung eines Mindestbedarfs aller Nährstoffe an und zum anderen um Vermeidung von Überversorgung, die in vielen Fällen ebenso schädlich ist wie Unterdeckung. Viele Nährstoffe stehen gegenseitig in Abhängigkeit wie z. B. Calcium und Phosphor, die stets im Verhältnis von 1,5 - 2:1 stehen sollen. Viele Futtermittel enthalten aber mehr Phosphor als Calcium, so dass eine zusätzliche Calcium-Zufuhr, auch über den eigentlichen Bedarfswert hinaus, nötig ist, um das angestrebte Verhältnis wieder herzustellen.
Im Wesentlichen hängt der Bedarf eines Pferdes vom Gewicht und den Lebensleistungen wie Wachstum, Laktation, Trächtigkeit oder sportliche Belastungen ab. Dabei wächst der Bedarf an einzelnen Nährstoffen mit verschiedenen Anforderungen sehr unterschiedlich. Sporltiche Belastungen wirken sich vor allem auf den Energiebedarf und den Nátrium-Bedarf aus, Wachstum hat einen z.T. extrem erhöhten Eiweißbedarf während Laktation gegenüber dem Erhaltungsbedarf verdoppelten Energie- und verdreifachten Eiweißbedarf bei ebenfalls stark erhöhten Mineralstoff-Bedürfnissen bewirkt.
Aus diesem Grund können nicht alle Pferde mit dem gleichen Futter in verschiedenen Mengen gefüttert werden, sondern über Rationsberechnungen müssen die individuellen bedarfgerechten Rationen kalkuliert werden.
Rauhfuftter-Analysen
Deshalb hat das Grundfutter wesentlichen Einfluß auf die Nährstoffversogung - im Sommer das Weidegras und Stroh und im Winter Grassilage, Heu und Stroh. Wir lassen daher die Silage und das Heu untersuchen auf die wesentlichen Nähr- und Inhaltsstoffe wie
Energiegehalt (Verdaulichkeit für Pferde) Eiweißgehalt (Verdaulichkeit für Pferde) Trockensubstanz Rohfasergehalt Calcium Phosphor Natrium Magnesium Kalium Eisen Kupfer.
Kalkulation der passenden Rationen
Mit diesen Werten und den jeweiligen Bedarfswerten nach Nutzung, Alter und Gewicht können wir für jedes Pferd die optimale Futterzusammenstellung aus den verfügbaren Futtermitteln kalkulieren.
Diese Kalkulation führen wir für die gesamte Herde einmal im Herbst durch. Für die tragenden Stuten wird im Winter mit Verlauf der Trächtigkeit jeweils eine Berechnung zum 8., 10. und 11. Trächtigkeitsmonat durchgeführt und die Rationen dann mit 1 - 2 Wochen dauernden ÜBergangsphasen an die neuen Gegebenheiten angepast.
16 Stunden tägliche Futtersuche
Physiologischer Weise sind Pferde ca. 16 Stunden am Tag mit der Futtersuche beschäftigt. Da insbesondere die Zuchtpferde und die wachsenden Jungpferde keine wesentlichen Zeiten für Arbeitsleistungen benötigen, können wir mit einer rauhfutterbasierten Fütterung diesem Bedürfnis nach langandauernder, beständiger Futteraufnahme entgegenkommen.
Unsere Pferde haben stets gutes Stroh zur freien Verfügung.
Im Sommer erhalten sie mindestensmehere Stunden Weidegang - je nach Bedarf, wachsende Pferde und Mutterstuten haben oft freien Zugang zur Weide, den Reitpferden müssen wir zur Vermeidung von Verfettung den Weidegang auf einige Stunden pro Tag begrenzen.
Im Winter füttern wir selbst produzierte Silage aus überdachten Raufen, die mit einem Futtersparnetz überzogen sind. So sind die Pferde lange mit der Aufnahme des Futters beschäftigt und wir brauchen die Futterzeiten nicht begrenzen.
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