Selektion heißt Auswahl
Natürliche Auswahl
In der Natur überlebt nur der Stärkste, das ist das am besten an die herrschenden Umweltbedingungen angepasste Individum. Das Pferd ist ein Fluchttier - wer nicht schnell genug, nicht achtsam genug und geschickt genug ist, wird aufgefressen.
Züchteraufgabe Selektion
In der Tierzucht übernimmt der Züchter die Verantwortung für das neu geborene Fohlen - gute Fohlen werden ihren Menschen und damit ihre Lebensaufgabe finden. Mangelhafte Fohlen - mit Krankheiten, Fehlstellungen, fehlendem Leistungswillen, Unarten, Allergien oder auch nur unmodernem Aussehen, z. B. "Fehlfarben" - haben nicht so angenehme Aussichen. In der Natur wären sie bald Opfer eines Raubtieres - aber das kann nicht unser Ziel sein.
Züchter können sich also keine mangelhaften Fohlen leisten. Darum müssen sie die zur Zucht eingesetzten Elterntiere nach strengen Kriterien auswählen und die Ergebnisse ihrer Zuchtarbeit immer wieder strengen Überprüfungen unterziehen.
Selektion der Elterntiere
Die Veranlagung eines Pferdes wird zu 50% durch die ererbten Gene bestimmt.
Die übrigen 50% werden durch die Aufzucht festgelegt.
Wertvolle Stutengrundlage
Die Stute trägt 50 + x Prozent zur ererbten Veranlagung des Fohlens bei.
Außerdem bestimmt sie in den 11 Monaten Tragezeit mit ihrer Versorgung und ihrem Stoffwechsel die Lebensbedingungen des Fohlens ausschliesslich, in den ersten Monaten nach der Geburt maßgeblich. Man nimmt daher den maternalen Einfluß auf die Fohlen heute mit 60 - 70% an. Die Auswahl der Muttertiere ist daher ein erster großer Schritt zur Erreichung des gesteckten Zuchtzieles.
Eigenschaften, die unsere Stuten weitergeben sollen
Unser Ziel sind
- menschenbezogene, mitarbeitende, leistungsbereite
- nervenstarke, ausgeglichene
- ausdauernde, gehwillige
- trittsicher, geschickte, wendige, springfreudige
- robuste, gesunde, langlebige
- bewegungsstarke
- Sportpferde mit arabischem Adel.
Überprüfung der Stutengrundlage
Pferde, das wir zur Zucht einsetzen, wird auf diese Eigenschaften intensiv geprüft. Wir bilden die Pferde behutsam aus und stellen sie dann in Leistungsprüfungen wie
- Zuchtstutenprüfung
- Hengstleistungsprüfung
- Wesenstest
- Zuchtbucheintragung
- Sportprüfungen
vor. Die Richterurteile und unsere eigenen Erfahrungen sowie der Vergleich mit anderen Zuchtpferden unserer Shagya-Araber Population mithilfe von Zuchtwertschätzungen geben uns wertvolle Hinweise für die weitere Zuchtarbeit.
Stärken festigen und Schwächen abmildern = richtige Anpaarung
Nobody ist perfekt - aber viele Pferde haben individuelle Highlights, die es zu erhalten und zu bewahren gilt. Die kleinen Schwächen, die jedes Individuum auch aufweist, versuchen wir durch gezielte Anpaarung im Laufe der Generationen auszugleichen. Gleichzeitig versuchen wir, über die Anpaarung auch die bereits erzielten positiven Eigenschaften weiter in unserem Zuchtpferdebestand zu festigen.
Genetik und Aufzucht = 500 KG Lebendgewicht
So verfügen unsere Pferde über überdurchschnittlich gute Bewegungen, Exterieur und vor allem Rittigkeit. Das ist genetisch bereits stark gefestigt und wird über die Aufzucht in Gruppenlaufställen mit viel Bewegung auf unterschiedlichen Böden und ausgewogener Fütterung sowie täglichem Menschenkontakt weiter gefördert.
Die Veranlagung des Pferdes für den Reiter oder Fahrer nutzbar zu machen, ist dann eine Sache der Ausbildung, die bereits im Fohlenalter beginnt
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